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[quote="HaraldK"]Mein Kumpel sitzt mit einer Lampe gelben Lichts in seiner Rakete. Seine Rakete wird nun eine Weile beschleunigt, dann endet die Beschleunigungsphase. Er ist nun wesentlich schneller als vorher unterwegs. Sieht er die Lampe nun mit einem eher bläulichen Licht? Mein Verdacht: ja, und zwar aus folgendem Grund. Bei der Abstrahlung unterliegt das gelbe Licht einer relativistischen Dopplerverschiebung, zum Beispiel wird es in Reiserichtung höherfrequent. Trifft es in sein Auge, wirkt allerdings genau die entgegengesetzte Dopplerverschiebung, so dass sich beide aufheben. Soweit also noch keine Frequenzänderung. Allerdings läuft seine Zeit nach der Beschleunigung langsamer, als vorher, das heißt pro seiner lokalen Zeiteinheit treffen mehr Wellenzüge auf sein Auge, was einer höheren Frequenz entsprecht. Die Frequenz wäre dann auch gerade um den Lorentzfaktor höher. So recht glauben kann ich meine Argumentation selber nicht. Stimmt sie oder nicht?[/quote]
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D2
Verfasst am: 18. Jun 2013 20:23
Titel:
HaraldK hat Folgendes geschrieben:
Das Zitieren von Postulaten "Relativitätsprinzip besagt ..." und "...
darf
auch die ..." hilft mir leider nicht beim Verständnis, sondern erinnert mich an die Kirche, wo ich Postulate glauben soll und das Wort "dürfen" eine wichtige Rolle spielt...
Im amerikanischen Forum war es ebenfalls recht schwierig eine Antwort zu bekommen, aber schließlich kam der entscheidende Hinweis. Die Zeit läuft in der Rakete
langsamer
Für
wen
läuft die Zeit langsamer? Für deinen Kumpel? Aber warum soll für ihn überhaupt etwas ändern? Interessiert ihn überhaupt wie viel Kumpels außer dir ihn beobachten und mit welchen Geschwindigkeit und in welche Richtung diese Kumpels unterwegs sei?
Dir ist doch klar, dass wenn man viele solche Kumpels hat, diese alle Farben seiner Lampe von Rot bis Blau, Grün und Gelb inbegriffen sehen werden.
jh8979
Verfasst am: 18. Jun 2013 07:07
Titel:
HaraldK hat Folgendes geschrieben:
Die Zeit läuft in der Rakete langsamer, so dass in der Tat mehr Wellenzüge pro lokaler Zeiteinheit auf sein Auge treffen --- würden. Aber die Zeitdilatation betrifft natürlich auch die Prozesse in der Lampe, so dass sie entsprechend "langsamer", also mit niedrigerer Frequenz das Licht emittiert. Gemeinsam heben sich die Effekte wieder auf und die Lampe behält lokal ihre Farbe.
Diese Antwort ist sehr irrefuehrend, vermutlich schlicht falsch.
Der Beobachter in der Rakete sieht sich und seine Lampe natürlich in Ruhe und nicht in Bewegung. Darum sieht für ihn alles normal aus wie vorher. Ein Beobachter der sich in Bezug auf die Rakete bewegt, sieht die Lampe in Bewegung und darum eine Rot- oder Blau-Verschiebung, je nachdem in welche Richtung er sich relativ zur Rakete bewegt. Dies ist auch kein Problem, da die Wellenlänge der Energie der Photonen entspricht und die ist nicht Lorentzinvariant, sondern vom Bezugssystem abhängig.
HaraldK
Verfasst am: 18. Jun 2013 06:54
Titel:
Das Zitieren von Postulaten "Relativitätsprinzip besagt ..." und "...
darf
auch die ..." hilft mir leider nicht beim Verständnis, sondern erinnert mich an die Kirche, wo ich Postulate glauben soll und das Wort "dürfen" eine wichtige Rolle spielt.
Im amerikanischen Forum war es ebenfalls recht schwierig eine Antwort zu bekommen, aber schließlich kam der entscheidende Hinweis. Die Zeit läuft in der Rakete langsamer, so dass in der Tat mehr Wellenzüge pro lokaler Zeiteinheit auf sein Auge treffen --- würden. Aber die Zeitdilatation betrifft natürlich auch die Prozesse in der Lampe, so dass sie entsprechend "langsamer", also mit niedrigerer Frequenz das Licht emittiert. Gemeinsam heben sich die Effekte wieder auf und die Lampe behält lokal ihre Farbe.
Derzeit warte ich noch auf die Bestätigung, dass ein zu Hause gebliebener Beobachter dann ja tatsächlich eine niedrigere Frequenz des Lichts der Lampe ableiten können muss, indem er die Dopplerverschiebung heraus rechnet.
D2
Verfasst am: 17. Jun 2013 16:43
Titel:
"Relativitätsprinzip besagte, dass in gleichförmig bewegten Inertialsystemen die gleichen Gesetze (Kovarianz) der Mechanik gelten wie im absoluten Raum selbst, und dass
es nicht möglich sei zu bestimmen
, welches System tatsächlich
ruhe oder bewegt sei
."
s. Galileis Schiff
http://de.wikipedia.org/wiki/Relativit%C3%A4tsprinzip
Wenn dein Kumpel mit 0,866 c sich bewegen sollte, denkst du er wird es merken, das sein Gewicht sich verdoppelt hat und die Zeitabläufe doppel so langsam ablaufen? Natürlich nicht, also darf auch die Länge des ausgestrahlten Lichtes für ihn und sein Bezugsystem gleichgeblieben sein, auch dann wenn er sein Lineal längst oder quer der Bewegungsrichtung seiner Rakete hält. Kreis is für ihn rund geblieben und die Uhr tickt für nicht langsamer als sonst.
HaraldK
Verfasst am: 17. Jun 2013 05:30
Titel:
D2 hat Folgendes geschrieben:
Warum soll dein Kumpel, überhaupt etwas bemerken?
Vielen Dank für die Bestärkung meiner Vermutung, dass meine Argumentation, warum das Licht in der Rakete für meinen Kumpel bläulicher erscheint, verkehrt sein muss.
Es schließt sich natürlich sofort die Frage an, was daran verkehrt ist?
D2
Verfasst am: 16. Jun 2013 20:11
Titel:
Warum soll dein Kumpel, überhaupt etwas bemerken?
So lange dein Kumpel relativ zu seiner Lampe ruht, wird er nur gelbes Licht erkennen können. Solltest du selbst gelbes Licht mit einer Lampe erzeugen, wird dein Kumpel blaues Licht deiner Lampe wahrnehmen.
Fliegt er auf dich zu, zuerst mit Beschleunigung und dann mit der konstanten Geschwindigkeit, erkennst du zuerst eine Farbveränderung und dann konstantes blaues Licht seiner Lampe.
HaraldK
Verfasst am: 16. Jun 2013 16:16
Titel: Lichtfrequenz vor und nach einer Beschleunigung
Mein Kumpel sitzt mit einer Lampe gelben Lichts in seiner Rakete. Seine Rakete wird nun eine Weile beschleunigt, dann endet die Beschleunigungsphase. Er ist nun wesentlich schneller als vorher unterwegs. Sieht er die Lampe nun mit einem eher bläulichen Licht?
Mein Verdacht: ja, und zwar aus folgendem Grund. Bei der Abstrahlung unterliegt das gelbe Licht einer relativistischen Dopplerverschiebung, zum Beispiel wird es in Reiserichtung höherfrequent. Trifft es in sein Auge, wirkt allerdings genau die entgegengesetzte Dopplerverschiebung, so dass sich beide aufheben. Soweit also noch keine Frequenzänderung.
Allerdings läuft seine Zeit nach der Beschleunigung langsamer, als vorher, das heißt pro seiner lokalen Zeiteinheit treffen mehr Wellenzüge auf sein Auge, was einer höheren Frequenz entsprecht.
Die Frequenz wäre dann auch gerade um den Lorentzfaktor höher.
So recht glauben kann ich meine Argumentation selber nicht. Stimmt sie oder nicht?