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[quote="ML"]Hallo, eine kleine Ergänzung zu dem, was Icewind gesagt hat: Ungefähr mit der Promotion fängt langsam die Phase an, in der Du selbst immer weniger selbst forschst und immer mehr nur anleitest und organisierst. Einen Professor oder eine Professorin siehst Du im Labor nur ganz selten -- meist in Begleitung von Besuchern, die sich eine Laborführung gewünscht haben. Das sollte Dir bei dem Weg in die Forschung bewusst sein. Wenn Du selbst am Experimentiertisch stehen willst, ist ein Forschungsinstitut das richtige für Dich. Dort aber gilt auch: Unbefristete Stellen gibt es tendenziell eher für Organisation (=Chefsein) als für eigenständige Forschung. Viele Grüße Michael[/quote]
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ML
Verfasst am: 08. Apr 2015 21:29
Titel: Re: Karrieremöglichkeiten nach dem Studium
Hallo,
eine kleine Ergänzung zu dem, was Icewind gesagt hat:
Ungefähr mit der Promotion fängt langsam die Phase an, in der Du selbst immer weniger selbst forschst und immer mehr nur anleitest und organisierst. Einen Professor oder eine Professorin siehst Du im Labor nur ganz selten -- meist in Begleitung von Besuchern, die sich eine Laborführung gewünscht haben. Das sollte Dir bei dem Weg in die Forschung bewusst sein.
Wenn Du selbst am Experimentiertisch stehen willst, ist ein Forschungsinstitut das richtige für Dich. Dort aber gilt auch: Unbefristete Stellen gibt es tendenziell eher für Organisation (=Chefsein) als für eigenständige Forschung.
Viele Grüße
Michael
Icewind
Verfasst am: 08. Apr 2015 14:59
Titel:
Die Wahrscheinlichkeit, einen Arbeitsplatz im Bereich der Forschung zu finden, hängt von vielen Faktoren ab. Natürlich ist es möglich und nicht alle Menschen sind Genies, die in der Forschung arbeiten. Anfangen tut die Forscherkarriere üblicherweise mit der Promotion nach dem Master, die an der Uni, einem Max-Planck-Institut, einem Fraunhofer-Institut oder einem der zahlreichen kleineren Institute stattfindet.
Die Möglichkeiten in der Forschung nach der abgeschlossenen Promotion sind da schon begrenzter. Entweder eine Festanstellung an einem Institut/Forschungszentrum oder den Staatsdienst (also die Professorenlaufbahn). Beide Möglichkeiten bieten nur eine begrenzte Anzahl an Stellen.
Die Professorenlaufbahn umfasst typischerweise nach einer (exzellenten) Promotion eine mehrjährige PostDocphase an einer US-amerikanischen Eliteuni. Falls man das schafft, wird man vergleichsweise früh (~ mit 35 Jahren) von einer (erstmal kleinen) deutschen Uni auf eine Professorenstelle berufen. Danach wechselt man alle 5-10 Jahre die Uni, bis man eine gefunden hat, wo man sich wohlfühlt.
Feste (= unbefristete) Stellen an Instituten/Forschungszentren werden weniger. Meiner Ansicht nach können diese zwar durchaus fachlich interessant sein, bieten jedoch nur begrenzte persönliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten.
Meine Empfehlung: Wenn du motiviert und gut bist, studiere Physik. Ich habs insgesamt nie bereut, auch wenn nicht immer alles perfekt lief. (Zurzeit promoviere ich und weiss noch nicht genau, was ich danach mache). Wenn du sehr motiviert und sehr gut bist, schreib dich für 2 Studiengänge an der Uni ein. Physik/Mathe, Physik/VWL oder Physik/Philosophie sind durchaus interessante Kombinationen und ich kenne einige wenige Leute, die das gemacht haben.
Jösuel
Verfasst am: 08. Apr 2015 11:10
Titel: Karrieremöglichkeiten nach dem Studium
Meine Frage:
Guten Tag,
mein Anliegen richtet sich an Personen, die im Bereich Karrieremöglichkeiten nach dem Physikstudium sehr bewandert sind.
Seit geraumer Zeit spiele ich mit dem Gedanken, nach dem Abitur Physik zu studieren.
Die Physik begeistert mich sehr und ich habe durch sie eine völlig neue Seite an mir entdeckt.
Diese Seite lechzt danach, komplexe Probleme zu lösen (oder bei dem Versuch zu scheitern) und neues im Bereich der Physik zu erforschen, zu entdecken und zu verstehen.
Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass ich mir in den Kopf gesetzt habe, nach dem Physikstudium in die Forschung gehen zu wollen.
Ich habe bereits mehrere Vorlesungen besucht, viele Gespräche mit Studenten geführt und bin nach täglichem selbstständigem Arbeiten zu der Erkenntnis gekommen, dass meine Chancen auf den Nobelpreis eher bescheiden sind. Ich bin kein Genie, lediglich sehr interessiert und ehrgeizig. Derzeit habe ich einen Schnitt von 0,7, aber der sagt reichlich wenig aus über den Erfolg im Studium.
Bevor ich mich also auf den Pfad der Passion begebe und mir auch die letzte kommerzielle Motivation aus dem Kopf schlage, dachte ich mir, dass es doch angebracht sei, vorerst einige Erfahrungen einzuholen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass man überhaupt einen Arbeitsplatz im Bereich der Forschung findet.
Dabei rede ich natürlich von den wirklich interessanten Forschungseinrichtungen wie bspw. dem CERN
Ich möchte mich auf keinen Fall auf das Studium einlassen, wenn ich weiß, dass ich anschließend nur Aussichten auf einen Job als Unternehmensberater habe.
Meine Ideen:
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