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[quote="Amateurphysiker"]Hi, ich habe ein paar Fragen zum Panzerparadoxon: https://de.wikipedia.org/wiki/Paradoxon_der_L%C3%A4ngenkontraktion#Panzerparadoxon Dort steht [i] "Die Auflösung dieses Paradoxes liegt nun darin, dass die Annahme des beim Stab ruhenden Beobachters, nämlich dass der Stab „starr“ sei, falsch ist. D. h., es gibt keine „starren Körper“ in der speziellen Relativitätstheorie, da sich Wirkungen im Körper maximal mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten können, während der starre Körper der vor-relativistischen Physik auf der Annahme beruht, dass Wirkungen sich in ihm unendlich schnell ausbreiten."[/i] 1. Was ist mit "Wirkungen im Körper" gemeint? 2. Stimmt die Annahme denn, dass sich Wirkungen im Körper unendlich schnell ausbreiten? Also im Fall v << c. Danke![/quote]
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mleise
Verfasst am: 05. Okt 2018 21:08
Titel:
Brillant hat Folgendes geschrieben:
mleise hat Folgendes geschrieben:
Wenn jetzt die Sonne nicht mehr da wäre, würde es ein paar Sekunden dauern bis gleichzeitig das Licht und die Anziehungskraft weg wäre.
So schnell? Das Licht braucht ungefähr 8 Minuten von der Sonne bis zur Erde. Bis zum Pluto so etwa 12 Stunden.
Das ist das erste Mal, dass mir Lichtgeschwindigkeit irgendwie langsam vorkommt.
TomS
Verfasst am: 30. Sep 2018 18:09
Titel:
Brillant hat Folgendes geschrieben:
Wieso kennt man die Geschwindigkeit der Gravitation?
Man kann die Gleichungen der ART für Gravitationswellen lösen. Aus diesen Gleichungen folgt u.a., dass die Geschwindigkeit der Wellenausbreitung gleich c ist. Alle weiteren Vorhersagen stimmen mit dem Experiment überein, siehe z.B. die Nobelpreise 1993 für den indirekten sowie 2016 für den direkten Nachweis der Gravitationswellen.
Außerdem konnten beim Signal
GW170817
, das man als Verschmelzen zweier Neutronensterne interpretiert, Gammablitz und Gravitationswellen nahezu zeitgleich beobachtet werden. Aus den Daten folgt eine extrem präzise Übereinstimmung der Ausbreitungsgeschwindigkeit der Gravitationswellen sowie der elektromagnetischen Wellen.
ML
Verfasst am: 30. Sep 2018 12:22
Titel:
Hallo,
Brillant hat Folgendes geschrieben:
Wieso kennt man die Geschwindigkeit der Gravitation?
Die denkbar einfachste Lösung wäre es, Masse an einem Ort zu erschaffen und dann an einem anderen, entfernten Ort zu untersuchen, zu welchem Zeitpunkt die Gravitationswirkung erstmals messbar ist.
Da sich Masse so schwer erschaffen lässt, kann man eine Alternative wählen. Man bewegt die Masse und schaut, wie lange es dauert, bis am entfernten Ort die Information über die Bewegung angekommen ist. Hierfür gab es 2017 den Nobelpreis in Physik, wobei die Forscher die Masse aufgrund ihrer etwas unhandlichen Größe nicht selbst bewegt haben:
https://www.spektrum.de/news/nobelpreis-fuer-physik-fuer-gravitationswellen/1507889
Vorher waren derartige Messungen aber auch schon indirekt möglich:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/gravitations-geschwindigkeit-einstein-behaelt-recht-a-229836.html
Viele Grüße
Michael
Brillant
Verfasst am: 29. Sep 2018 14:29
Titel:
mleise hat Folgendes geschrieben:
Wenn jetzt die Sonne nicht mehr da wäre, würde es ein paar Sekunden dauern bis gleichzeitig das Licht und die Anziehungskraft weg wäre.
So schnell? Das Licht braucht ungefähr 8 Minuten von der Sonne bis zur Erde. Bis zum Pluto so etwa 12 Stunden.
Wieso kennt man die Geschwindigkeit der Gravitation?
mleise
Verfasst am: 28. Sep 2018 20:43
Titel:
Damit sind Wirkungen wie Gravitation, Krafteinwirkungen, Wärmeübertrag, Elektronenfluss und was sonst noch alles in Körpern wirken kann gemeint. Alle Wirkungen bewegen sich maximal mit Lichtgeschwindigkeit. Wenn jetzt die Sonne nicht mehr da wäre, würde es ein paar Sekunden dauern bis gleichzeitig das Licht und die Anziehungskraft weg wäre. Zuerst würde die der Sonne zugewandte Seite das mitbekommen, dann die Nachtseite. Also die dunkle Seite der Erde würde noch den Bruchteil einer Sekunde länge der Anziehung der Sonne ausgesetzt sein. Und mit dem starren Panzer ist es ähnlich. Wenn du an einer Seite eine Kraft einwirken lässt kann die andere Seite das maximal in Lichtgeschwindigkeit mitbekommen. Also die Antwort zu 2 ist: nein. Das war nur das Denkmodell vor der Relativitätstheorie. Heute wissen wir es besser. Es gibt keine völlige Starrheit da die Wirkung am anderen Ende nicht instantan spürbar ist.
Amateurphysiker
Verfasst am: 16. Jan 2017 17:14
Titel: Panzerparadoxon
Hi,
ich habe ein paar Fragen zum Panzerparadoxon:
https://de.wikipedia.org/wiki/Paradoxon_der_L%C3%A4ngenkontraktion#Panzerparadoxon
Dort steht
"Die Auflösung dieses Paradoxes liegt nun darin, dass die Annahme des beim Stab ruhenden Beobachters, nämlich dass der Stab „starr“ sei, falsch ist. D. h., es gibt keine „starren Körper“ in der speziellen Relativitätstheorie, da sich Wirkungen im Körper maximal mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten können, während der starre Körper der vor-relativistischen Physik auf der Annahme beruht, dass Wirkungen sich in ihm unendlich schnell ausbreiten."
1. Was ist mit "Wirkungen im Körper" gemeint?
2. Stimmt die Annahme denn, dass sich Wirkungen im Körper unendlich schnell ausbreiten? Also im Fall v << c.
Danke!