| Gajeryis |
Verfasst am: 04. Dez 2009 20:42 Titel: |
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Die Luftdichte:
Stell dir folgendes Modell vor.
Wir nehmen an, die Atmosphäre hat eine klar definierte Grenze nach aussen. Zudem nehmen wir an, dass das Gas der Atmosphäre kompressibel ist.
Wir gehen ganz nach aussen an den Rand der Atmosphäre. Das äusserste Gasmolekül ist nach oben gesehen vollständig frei und kann sich problemlos entfalten, nimmt den gesamten Raum ein, den es für seine Temperatur benötigt.
Gehen wir etwas weiter nach innen, hat das betrachtete Gasmolekül nun aber eine Schicht von Luftmolekülen über sich, welche durch die Gravitationskraft in Richtung Erdmittelpunkt drückt. Durch diesen Luft-Druck wird das Gasmolekül ein wenig zusammengedrückt.
Je weiter Richtung Erdoberfläche wir gehen, desto grösser ist die Last der darüberliegenden Luftsäule, desto stärker wird die Luft zusammengedrückt, ihre Dichte steigt.
Soweit so gut, wir wissen noch immer nicht, ob die Abnahme linear oder exponentiell ist.
Nun, das Dumme ist: kommt auf das Modell an. Bei Gasen (nicht nur dort, aber bei Gasen besonders) ist die Dichte nicht nur vom Druck abhängig, sondern auch von der Temperatur. Je höher die Temperatur, desto schneller die Brown'sche Bewegung, desto mehr Raum will das Gas einnehmen. Das Stichwort ist "ideale Gasgleichung".
Damit wissen wir, dass die Dichteverteilung des Gases auch von der Temperaturverteilung über die Höhe abhängig ist. Diese Temperaturverteilung ist keine so einfache Sache, da sie von Winden, Bodenbeschaffenheit, Wärmetransport abhängig ist. Deshalb muss man ein vereinfachtes Temperaturmodell annehmen und von da aus auf die Dichteverteilung weiterrechnen.
Das physikalisch einfachste Modell nennt sich "isotherm". Die gesamte Luftsäule hat dieselbe Temperatur. Wie der Dichteverlauf aussieht, findest du im Wikipedia-Artikel zur Barometrischen Höhenformel.
Ein realistischeres Modell ist das adiabatische Modell (welches nebenbei auch für Föhnrechnungen verwendet wird). Wenn Luft steigt, kühlt sie sich ab. Der Einfachheit halber nimmt man an, dass diese Abnahme linear ist, je nach Luftfeuchte ein halbes bis ein ganzes Grad Kelvin pro 100 Metern Höhenänderung. Dies ergibt natürlich eine andere Dichteverteilung.
Es gibt natürlich noch andere Modelle (z.B. für die Luftfahrt) oder nicht-analytische Möglichkeiten, die Dichteverteilung der Atmosphäre zu bestimmen, die führen aber weit vom Schulstoff weg und ist eher was für Hobbymeteorologen... was ich nicht bin... und dir deshalb nicht viel darüber erzählen kann.  |
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