| dermarkus |
Verfasst am: 10. Sep 2006 15:06 Titel: |
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In der Tat sind da zwei "Denkfehler" enthalten, nämlich zwei Punkte, in denen du zu stark vereinfachst und dabei vergisst, wesentliche Effekte mit zu berücksichtigen:
1) Was das pure Experiment zum Zwillingsparadoxon angeht:
Der erste Zwilling befindet sich die ganze Zeit über in seinem Inertialsystem.. Der zweite Zwilling befindet sich am Anfang und am Ende ebenfalls in diesem Inertialsystem, aber zwischendurch verlässt er dieses Inertialsystem und geht auf reisen.
Die Aussage "Bewegte Uhren gehen langsamer" gilt nur, wenn sie von einem Beobachter im Inertialsystem getroffen wird. Also sagt hier nur der erste Zwilling, dass die Uhr des zweiten Zwillings langsamer geht.
Der zweite Zwilling befindet sich nicht immer in einem Inertialsystem, weil er während seiner Reise Beschleunigungsphasen erlebt. Darum gilt aus seiner Sicht nicht einfach nur die Aussage "bewegte Uhren gehen langsamer", sondern er muss zusätzlich berücksichtigen, was während der Zeiten passiert, in denen er selbst in einem beschleunigten Bezugssystem ist.
Genaueres dazu siehe z.B.:
http://www.physikerboard.de/htopic,6204,zwillingsparadoxon.html
2) Was das konkrete experimentelle Beispiel mit der Erde und dem Flugzeug angeht:
Weil die Erde sich dreht und weil die Erde ein Gravitationsfeld hat, ist ein Punkt auf der Erdoberfläche kein Inertialsystem. Also ist das experimentelle Beispiel, das du nennst, komplizierter als das pure Gedankenexperiment zum Zwillingsparadoxon. Um richtig zu berechnen, ob und um wieviel die Uhr im Flugzeug schneller oder langsamer geht als eine Vergleichsuhr auf der Erdoberfläche, muss man also zusätzlich berücksichtigen, wie stark die beiden "Zwillingsuhren" jeweils beschleunigt werden und wie stark jeweils das Gravitationsfeld ist, in dem sie sich aufhalten.
Genaueres dazu siehe z. B.:
http://www.physikerboard.de/htopic,6033,zwillingsparadoxon.html
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Da das Zwillingsparadoxon nur auf den ersten Blick widersprüchlich (paradox) erscheint, bei näherer Betrachtung jedoch überhaupt nicht mehr widersprüchlich ist, wird es in manchen Büchern übrigens nicht als Zwillingsparadoxon, sondern schlicht als Zwillingsproblem oder als Zwillingsexperiment bezeichnet. |
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