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jo2310 Gast
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jo2310 Verfasst am: 25. Dez 2015 13:43 Titel: Problem mit Energieerhaltung |
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Meine Frage:
Hallo liebes Physikerboard,
erstmal noch schöne Weihnachten an alle. Ich habe ein Problem, dass mich nicht Schlafen lässt. Betrachten wir einen Körper "1", der mit einer Anfangsgeschwindigkeit v0 auf einen anderen Körper "2" prallt. Der Körper "2" ist fest gelagert (sprich beide Körper besitzen am Ende des Aufpralls eine Endgeschwindigkeit = 0).
Die kinetische Energie sollte sich somit komplett in Verformungsenergie und Beschleunigungsarbeit umformen. Hier habe ich das ganze mal in einer Formel dargestellt:
1/2*m*v(t=0)^2 = 1/2 m v(t)^2 + 1/2 k u(t)^2 + m u(t) a(t) = 1/2 k u(t=e)^2 + m u(t=e) a(t=e)
mit:
m= Masse; v = Geschwindigkeit; k = Steifigkeit; u = Verformung der Körper; a = Beschleunigung; t = zeit; t=0/t=e Anfangs-/Endzeitpunkt
stimmt das oder habe ich Energieformen vergessen, die hierbei eine Rolle spielen?
Leider geht bei meiner Programmierung die Gleichung nicht auf.
Vielen Dank für Eure Hilfe.
Meine Ideen:
kann es sein, dass durch die Lagerung kein geschlossenes System vorliegt und hierdurch Energie verloren geht?
Oder stimmt meine Gleichung einfach nicht? |
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TomS Moderator

Anmeldungsdatum: 20.03.2009 Beiträge: 21469
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TomS Verfasst am: 25. Dez 2015 19:16 Titel: |
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Ich würde das ganze als inelastischen Stoß einer Masse m mit einer Masse M modellieren (du hast die Massen nicht angegeben).
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Stoß_(Physik)
Vor dem Stoß haben die Massen m und M die Geschwindigkeiten v_1 und 0. Nach dem Stoß habe die verbundene Gesamtmasse m+M die Geschwindigkeit v_2. Außerdem werde ein Teil der kinetischen Energie E der Masse m in Verformungsarbeit W umgewandelt, so dass die Gesamtenergie E gleich der kinetische Energie der verbundenen Gesamtmasse m+M plus dieser Verformungsarbeit W ist.
Damit kannst du die Erhaltungssätze für Impuls p und Energie E in Abhängigkeit von m, M, v_1 und v_2 aufstellen. W würde ich dabei zunächst als unbekannte Größe stehen lassen und mich später darum kümmern.
Vorher:
Nachher:
Dass sich die Gesamtmasse nach dem Stoß nicht bewegt, folgt im Grenzfall unendlicher Masse M
Dies folgt aus der Impulserhaltung unabhängig von W. _________________ Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago. |
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jo2310 Gast
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jo2310 Verfasst am: 26. Dez 2015 22:48 Titel: Danke |
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Danke für die schnelle Antwort!
Ich muss schauen, ob ich jetzt meinen Fehler finde.
Tritt bei meinem Problem tatsächlich nur Deformationsarbeit auf? Durch die Materialeigenschaften sollten zusätzlich durch die Verformung auch Beschleunigungs- (m*a*Verformung) oder sowas wie Dämpfungsarbeit auftreten? |
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TomS Moderator

Anmeldungsdatum: 20.03.2009 Beiträge: 21469
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TomS Verfasst am: 27. Dez 2015 12:24 Titel: Re: Danke |
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| jo2310 hat Folgendes geschrieben: | | Tritt bei meinem Problem tatsächlich nur Deformationsarbeit auf? Durch die Materialeigenschaften sollten zusätzlich durch die Verformung auch Beschleunigungs- (m*a*Verformung) oder sowas wie Dämpfungsarbeit auftreten? |
Die Körper werden durch den Stoß verformt; ein Teil der dabei übertragenen Energie wird natürlich neben der Verformung zu einer Erwärmung führen.
Beschleunigungsarbeit ist bereits dadurch berücksichtigt, dass beide Körper eine Geschwindigkeit v_2 haben. _________________ Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago. |
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as_string Moderator

Anmeldungsdatum: 09.12.2005 Beiträge: 5797 Wohnort: Heidelberg
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as_string Verfasst am: 27. Dez 2015 13:18 Titel: |
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Ich verstehe nicht so ganz: schon in Deinem ursprünglichen Post: Du schreibst, der eine Körper soll fest verankert sein und aus diesem Grund seien beide Geschwindigkeiten nach dem Stoß 0. Diese Folgerung stimmt aber nur, wenn es tatsächlich ein vollkommen inelastischer Stoß wäre, sonst würde Körper 1 abprallen.
Wohin genau die kinetische Energie bei einem inelastischen Stoß geht ist doch dann aber normalerweise egal, weil sich eine genaue Aufteilung doch so wie so kaum quantifizieren lassen wird. Dann verstehe ich aber auch nicht, was Du überhaupt mit der Energiebilanz erreichen willst.
Deshalb meine Fragen:
- Soll es wirklich ein komplett inelastischer Stoß sein und durch was soll das gewährleistet werden?
- Was willst Du überhaupt raus bekommen? Warum interessieren Dich die Energien in diesem Fall? Willst Du Verformungen berechnen? Hast Du Dir dafür ein Modell überlegt?
Gruß
Marco |
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jo2310 Gast
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jo2310 Verfasst am: 28. Dez 2015 17:32 Titel: |
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Ja es soll ein komplett inelastischer Stoß sein. Das ganze ist ein wenig als ein Gedankenspiel anzusehen. Ich definiere, dass ab dem Moment des Aufpralls beide Körper als ein größerer Körper betrachtet werden, sodass ein Abprallen (rechnerisch) nicht mehr möglich ist.
Ich unterteile diesen Körper in mehrere Segmente und Definiere eine Massen-, Steifigkeits- und eine Dämpfungsmatrix.
Über die DGL: F = Ku + D\dot{u} + M\ddot{u} berechne ich die Verformung, die Geschwindigkeit und die Beschleunigung zu jedem Zeitpunkt. Ein Problem ist, dass die Energiebilanz nicht stimmt. Daher kam meine ursprüngliche Frage, welche Energien / Arbeitsformen hierbei eine Rolle spielen, um herauszufinden wo die Energiebilanz verletzt wird.
Gruß
Johannes |
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jo2310 Gast
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jo2310 Verfasst am: 29. Dez 2015 04:41 Titel: |
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Also der Hinweis mit der Erwärmungsenergie hat das Problem jetzt vollständig gelöst. Das war exakt die fehlende Energie. Vielen Dank für Eure Hinweise. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht
Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr
Gruß
Jo |
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VeryApe

Anmeldungsdatum: 10.02.2008 Beiträge: 3320
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VeryApe Verfasst am: 29. Dez 2015 08:22 Titel: |
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| Zitat: | 1/2*m*v(t=0)^2 = 1/2 m v(t)^2 + 1/2 k u(t)^2 + m u(t) a(t) = 1/2 k u(t=e)^2 + m u(t=e) a(t=e)
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Meiner Ansicht nach ist deine Gleichung falsch.
Du hast hier m u(t) a(t) obwohl das auch schon falsch ist, es müsste heißen
aber egal,
das ist ja bereits schon der Verlust an kinetischer Energie und entspricht 1/2 k u(t)^2 und du berücksichtigst es doppelt
Tu mal so als könnten sich die Körper durchdringen.
sei Körper 1 der Schnellere!
Dann hast du einen Weg bis beide die gleiche Geschwindigkeit haben. Der Weg geht aber in den Körper hinein.
Das Produkt von Kraft mal Weg Körper 1 entspricht jetzt den Verlust aus Bewegungsenergie des Körper 1.
reactio das Produkt aus Kraft mal Weg Körper2 entspricht jetzt den Gewinn
der Bewegungsenergie von Körper 2.
Da die Wege unterschiedlich sind im Falle des Durchdringen, geht hier Bewegungsenergie verloren.
sei der Eindringweg.
Der Verlust der kinetischen Energie ist
und der geht jetzt in Formänderungsarbeit der beiden und Wärme. Beides steckt schon in drinnen.
es gilt also
Eine andere Betrachtung ist.
Man betrachtet den tatsächlichen Weg der Kraft im Kraftaustauschpunkt also den Weg der Kontaktstelle.
Der Weg der Kontaktstelle ist für beide Körper gleich und sei nun
Dieser Weg plus die Verformung des jeweiligen Körpers ergibt den vorherigen Weg des vorgestellten Druchdringens mit Bezug auf die kinetische Energie.
sei sv der Weg der Verformung
Körper 1
Körper 2
ist also um die Verformung geringer zu vorher bei Körper 1 und bei Körper2 höher zu vorher.
In diesem Falle ist die Aussage dem ersten Körper wird Arbeit entzogen und den 2 Körper wird genau die gleiche Arbeit zugeführt denn sk ist für beide gleich.
sk ist geringer als die vorherige Arbeit beim gedachten Durchdringen. und zwar genau um die Formänderungsarbeit plus die Wärme die dabei ensteht.
Diese verbleibt im Körper 1 und wird daher nach dieser Aussage nicht als Energieverlust gezählt. sondern wird im Körper nur umgeschichtet von Bewegung in Verformung und Wärme.
Im Körper 2 entspricht F*sk der zugeführten Bewegungsenergie plus der zugeführten Verformung plus Wärme. weil diese gesamte Arbeit/Energie ja wirklich rüber gewandert.
Der Weg der Kontaktfläche mal der wirkenden Kraft entspricht also der wirklichen Energiewanderung bzw wirklich zugeführten und abgeführen Arbeiten. Dabei sind alle Energieformen des Körpers zu berücksichtigen. |
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