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Wie ist das mit der Lichtgeschwindigkeit c?
 
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CubyS



Anmeldungsdatum: 03.10.2024
Beiträge: 9

Beitrag CubyS Verfasst am: 03. Okt 2024 10:09    Titel: Wie ist das mit der Lichtgeschwindigkeit c? Antworten mit Zitat

Hi Leute,

ich weiß nicht, ob ich einen Kurzschluss in der Synapse habe, aber ich habe folgendes Problem:

Die Lichtgeschwindigkeit c ist im Vakuum eine Invariante.
v < c ist bezugssystemabhängig.
d.h.: c ist eine ganz andere Qualität!

Die Lichtgeschwindigkeit im Medium ist v (c) < c , also bezugssystemabhängig.

Frage: An welchem Punkt genau erfolgt dieser Qualitätsumschlag?
zB. bei einem Lichtstrahl, der vom Vakuum in die Erdatmosphäre eintaucht.
Bei welcher Geschwindigkeit genau findet diese Unstetigkeit statt und was passiert da? Denn es gilt ja: entweder invariant oder nicht invariant.
as_string
Moderator


Anmeldungsdatum: 09.12.2005
Beiträge: 5797
Wohnort: Heidelberg

Beitrag as_string Verfasst am: 03. Okt 2024 10:46    Titel: Antworten mit Zitat

Die Verringerung der Ausbreitungsgeschwindigkeit im Medium folgt aus der Interaktion des Lichts mit den Elektromagnetischen Feldern der geladenen und sich bewegenden Teilchen der Materie, durch die das Licht dringt.

Gruß
Marco
CubyS



Anmeldungsdatum: 03.10.2024
Beiträge: 9

Beitrag CubyS Verfasst am: 03. Okt 2024 11:37    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist mir wohl bewusst. Ich meine die "beiden" Geschwindigkeiten als solche; die eine hat die Qualität/Eigenschaft invariant zu sein, die andere nicht; da es nicht " ein bisschen invariant" gibt, ist es ein unstetiger Sprung: entweder ... oder. Der Wandel von invariant zu variant muss ja ein ganz markanter Punkt sein - ähnlich dem "spontanen" Kollaps der Wellenfunktion ... oder?
Myon



Anmeldungsdatum: 04.12.2013
Beiträge: 6202

Beitrag Myon Verfasst am: 03. Okt 2024 12:12    Titel: Re: Wie ist das mit der Lichtgeschwindigkeit c? Antworten mit Zitat

CubyS hat Folgendes geschrieben:
Bei welcher Geschwindigkeit genau findet diese Unstetigkeit statt und was passiert da? Denn es gilt ja: entweder invariant oder nicht invariant.

Als unstetig würde ich das nicht bezeichnen. Die Lichtgeschwindigkeit ist der Grenzfall, bei dem die Geschwindigkeit in jedem Inertialsystem gleich wird.

Wenn Du die Formel für die relativistische Geschwindigkeitsaddition betrachtest,

geht für u_x' gegen c bei gegebenem v auch u_x gegen c.
CubyS



Anmeldungsdatum: 03.10.2024
Beiträge: 9

Beitrag CubyS Verfasst am: 03. Okt 2024 12:46    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist mir auch wohl klar. Vllt. so: Wenn ein Lichtstrahl vom Sirius in die Erdatmo eintritt, dann verwandelt sich ein invariantes System in ein variantes: vorher: c nach Eintritt: v(c)<c.
Da ist doch schon mal ein Haken: der Eintritt in die Erdatmo ist ein kontinuierlicher Vorgang, die Umwandlung invariant zu variant aber ein diskontinuierlicher.
Ab wann ist c nicht mehr c? Ab wann muss ich die Mathematik wechseln von c=const. auf relativistisch?
Wieso gibt es beim selben Objekt zwei Sorten von Geschwindigkeit Nur eine einzige kann c sein, alle anderen können unendlich viele Werte annehmen. An welcher Stelle rechts vom Komma erfolgt der System-Übergang c =>v?
blue
Gast





Beitrag blue Verfasst am: 03. Okt 2024 15:38    Titel: Antworten mit Zitat

na wenn das Vakuum ended und was anderes anfängt?
CubyS



Anmeldungsdatum: 03.10.2024
Beiträge: 9

Beitrag CubyS Verfasst am: 03. Okt 2024 19:35    Titel: Antworten mit Zitat

blue hat Folgendes geschrieben:
na wenn das Vakuum ended und was anderes anfängt?

Was dann?
A-Freak als Gast
Gast





Beitrag A-Freak als Gast Verfasst am: 03. Okt 2024 20:07    Titel: Antworten mit Zitat

Ich würde "c" und "Lichtgeschwindigkeit" als zwei grundlegend verschiedene Dinge sehen

"c" ist invariant, es ist eine Naturkonstante

Die Geschwindigkeit des Lichtes ist im Vakuum gleich "c", in Materie wird es duch dielektrische und magnetische Wechselwirkung mit der Materie graduell langsamer
CubyS



Anmeldungsdatum: 03.10.2024
Beiträge: 9

Beitrag CubyS Verfasst am: 04. Okt 2024 07:12    Titel: Antworten mit Zitat

A-Freak als Gast hat Folgendes geschrieben:
Ich würde "c" und "Lichtgeschwindigkeit" als zwei grundlegend verschiedene Dinge sehen


Genau das meine ich mit "andere Qualität" Dennoch gehören sie zusammen, wenn zB. der Lichtstrahl in die Erdatmosph. eintaucht, seine Geschwindigkeit stetig sinkt, aber seine Systemeigenschaft sich sprunghaft von invariant zu nicht-invariant ändert. Ohne Zeitverzug müssen plötzlich die erforderlichen Bezugssysteme auftauchen, sobald das Licht den tatsächlichen absoluten Wert von c unterschreitet und seine Konstanz verliert und wo ist dieser Punkt? Hat dieser Prozess nicht Ähnlichkeit mit dem Kollaps der QM?

Und wieso kann Licht (Photon) die Grenze überschreiten, besser: unterschreiten, umgekehrt der Weg aber durch das relativistische Additionstheorem ausgeschlossen ist, wenn ich recht sehe. Wieso diese Asymmetrie?

Es kommt mir irgendwie inkonsistent vor.

edit. vllt. ist es aber so, das ein Photon nicht wirklich "langsamer" wird, sondern nur die Wege länger werden durch die Kollisionen mit N2 & O2, denn zwischen den Molekülen ist ja das Vakuum (bzw. das Gravit.feld); es bewegt sich nicht wirklich langsamer, es muss nur etliche Umwege durchlaufen, aber immer mit c! Im nuklearen Feuer der Sterne gibt es sowas Ähnliches: ich glaube Neutrinos brauchen vom Entstehungsort nahe der Oberfläche oft 1000-e von Jahren, obwohl sie sich mit c bewegen, bis sie freigesetzt werden.
Myon



Anmeldungsdatum: 04.12.2013
Beiträge: 6202

Beitrag Myon Verfasst am: 04. Okt 2024 07:47    Titel: Antworten mit Zitat

CubyS hat Folgendes geschrieben:
Genau das meine ich mit "andere Qualität" Dennoch gehören sie zusammen, wenn zB. der Lichtstrahl in die Erdatmosph. eintaucht, seine Geschwindigkeit stetig sinkt, aber seine Systemeigenschaft sich sprunghaft von invariant zu nicht-invariant ändert.

Ja, nur für v=c ist die Geschwindigkeit bezugsunabhängig, insofern kann man von einer anderen "Qualität" sprechen. Aber es gibt keine Unstetigkeit, keine sprunghafte Änderung.

Wieder am Beispiel des Lichtstrahls, welcher aus dem Vakuum in die Atmoshäre eintritt. Wenn in einem Bezugssystem die Ausbreitungsgeschwindigkeit von c aus stetig abnimmt, so nimmt die Ausbreitungsgeschwindigkeit auch in jedem anderen Bezugssystem stetig ab.

Formal: Betrachtet man zwei Bezugssysteme E und E', welche sich mit Geschwindigkeit u<c relativ zueinander bewegen, dann gilt



Man könnte also anschaulich und unpräzise sagen: für v genügend nahe bei c wird die Geschwindigkeit beliebig genau "fast invariant".

Zitat:
Und wieso kann Licht (Photon) die Grenze überschreiten, besser: unterschreiten, umgekehrt der Weg aber durch das relativistische Additionstheorem ausgeschlossen ist, wenn ich recht sehe. Wieso diese Asymmetrie?

Es gibt keine "Asymmetrie". Wenn in einem Bezugssystem v stetig gegen c geht, so geht sie auch in jedem anderen Bezugssystem stetig gegen c.
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21469

Beitrag TomS Verfasst am: 04. Okt 2024 10:10    Titel: Antworten mit Zitat

CubyS hat Folgendes geschrieben:
... wenn zB. der Lichtstrahl in die Erdatmosph. eintaucht, seine Geschwindigkeit stetig sinkt, aber seine Systemeigenschaft sich sprunghaft von invariant zu nicht-invariant ändert. Ohne Zeitverzug müssen plötzlich die erforderlichen Bezugssysteme auftauchen, sobald das Licht den tatsächlichen absoluten Wert von c unterschreitet und seine Konstanz verliert und wo ist dieser Punkt?

Die Erdatmosphäre definiert ein ausgezeichnetes Bezugsystem.

Und in der Erdatmosphäre breitet sich Licht nicht frei aus, es unterliegt fortwährender Streuung.

Das einfachste mikroskopische Modell beruht auf dem Lorentz-Oszillator-Modell, das die Antwort gebundener Ladungen (Elektronen in Atomen) auf elektromagnetische Wellen liefert. Daraus folgt insbs. die Dielektrizität ε und damit auch der Brechungsindex n sowie eine reduzierte Ausbreitungsgeschwindigkeit c' = c/n.

Ansonsten siehe die Erklärungen von Myon.
CubyS



Anmeldungsdatum: 03.10.2024
Beiträge: 9

Beitrag CubyS Verfasst am: 04. Okt 2024 14:25    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für eure Antworten, Myon und TomS, aber ich glaube,
offensichtlich habe ich es noch nicht ganz rüberbringen können, worum es mir geht …

Darf ich nochmal einen Versuch starten?

Ich habe zwei Zustände, zumindest zwei Beschreibungssysteme:

1. Ein Lichtstrahl (ein Photon) bewege sich im Vakuum mit c.
2. Derselbe Lichtstrahl (Photon) bewege sich dann in einem Medium mit v < c.

Der Vorgang 2. wird von der SRT beschrieben, v ist bezugssystemabhängig;

Vorgang 1. zeichnet c in besonderer Weise vor allen anderen Geschwindigkeiten aus: invariant und kann nur einen einzigen definitiven Wert annehmen im Gegensatz zu den unendlich vielen (möglichen) v’s im Medium.
Der Vorgang 1. ist streng genommen nicht mehr mit der SRT zu beschreiben, da c außerhalb ihres Definitionsbereiches liegt, den Einstein ja von +/- unendlich auf +/- 300.000 herunterskaliert hat, wenn man so sagen kann, aber mit v < c nicht v < c, was c ausschließt.

Damit ist mE. auch der Übergang c → v unklar, weil dafür zwei verschiedene Beschreibungssysteme verwendet werden: in einem existiert ein ausgezeichnetes c und im anderen nur die gewöhnlichen Geschwindigkeiten - c nur als Asymptote.

Es ist vllt. mehr ein erkenntnistheoretisches Problem … ontologisch dürfte es diesen Dualismus gar nicht geben …

Einstein äußerte mal den Gedanken, dass er auch nach 50 Jahren Grübelei nicht wirklich wisse, was ein Photon ist …
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21469

Beitrag TomS Verfasst am: 04. Okt 2024 15:38    Titel: Antworten mit Zitat

CubyS hat Folgendes geschrieben:
Ich habe zwei Zustände, zumindest zwei Beschreibungssysteme:

1. Ein Lichtstrahl (ein Photon) bewege sich im Vakuum mit c.
2. Derselbe Lichtstrahl (Photon) bewege sich dann in einem Medium mit v < c.

Der Vorgang 2. wird von der SRT beschrieben, v ist bezugssystemabhängig;

Vorgang 1. zeichnet c in besonderer Weise vor allen anderen Geschwindigkeiten aus: invariant und kann nur einen einzigen definitiven Wert annehmen im Gegensatz zu den unendlich vielen (möglichen) v’s im Medium.

Genauer:

Vorgang (1) kann in verschiedenen Bezugsystemen S, S', S'' ... beschrieben werden; in jedem gilt die Ausbreitungsgeschwindigkeit v = v' = v'' = ... = c.

Vorgang (2) kann ebenfalls in verschiedenen Bezugsystemen S, S', S'' ... beschrieben werden; es gelten die Ausbreitungsgeschwindigkeiten v < c, v' < c, v'' < c, ...

Im Ruhesystem des Mediums mit Brechungsindex n gilt v = c/n.

CubyS hat Folgendes geschrieben:
Der Vorgang 1. ist streng genommen nicht mehr mit der SRT zu beschreiben, da c außerhalb ihres Definitionsbereiches liegt ...

Doch, das ist natürlich mittels der Relativitätstheorie beschreibbar. Diese schließt nur für massebehaftete Körper Geschwindigkeiten v = c aus.

Ich bin mir noch nicht sicher, wo dein Problem liegt, evtl. ja bereits bei (1) und (2).
Myon



Anmeldungsdatum: 04.12.2013
Beiträge: 6202

Beitrag Myon Verfasst am: 04. Okt 2024 16:19    Titel: Antworten mit Zitat

CubyS hat Folgendes geschrieben:
Der Vorgang 1. ist streng genommen nicht mehr mit der SRT zu beschreiben, da c außerhalb ihres Definitionsbereiches liegt, den Einstein ja von +/- unendlich auf +/- 300.000 herunterskaliert hat, wenn man so sagen kann, aber mit v < c nicht v < c, was c ausschließt.

Vielleicht ergänzend: Ein Unterschied zwischen (1) und (2) besteht einzig darin, dass man (2) auch in einem Bezugssystem beschreiben kann, in dem das Teilchen ruht (v=0), während dies für (1) nicht möglich ist.
CubyS



Anmeldungsdatum: 03.10.2024
Beiträge: 9

Beitrag CubyS Verfasst am: 04. Okt 2024 18:48    Titel: Antworten mit Zitat

Toms schriebst;
Zitat:
Vorgang (1) kann in verschiedenen Bezugsystemen S, S', S'' ... beschriebene werden; in jedem gilt die Ausbreitungsgeschwindigkeit v = v' = v'' = ... = c.

Vorgang (2) kann ebenfalls in verschiedenen Bezugsystemen S, S', S'' ... beschrieben werden; es gelten die Ausbreitungsgeschwindigkeiten v < c, v' < c, v'' < c, ...


Ja, das ist doch mal ne stringente Fassung sauber formuliert! Das macht ihn deutlich erkennbar - den Widerspruch

Damit haben wir für den ganzen Vorgang doch zwei widersprüchliche dualistische komplementäre (Bohr lässt grüßen) Beschreibungs-Teil-Modelle:

in Mod1 ist c ein tatsächlicher, realer und integrierter Bestandteil des Systems, in Mod2 fungiert sie virtuell als Asymptote, als eine mathematische Fiktion.

Das erinnert doch stark an die Quantensituation: Schrödinger für den linearen Vorspann, von Neumann‘s Projektionshammer lässt im Messakt bis auf einen Wert alles kollabieren.

Mir geht es wie Einstein - ich hoffe bis zuletzt, die Welt ist ein Feld, der Raum repräsentiert den kontinuierlichen Teilaspekt ,die Knoten den materillen diskreten. Und Einsteins oder Wels ausgebaute Feldgleichungstheorie schmiegt sich elastisch & hoch korellierend an die Dellen und Kanten der Materie...
Ich will noch in diesem Leben wissen, was EM und Gravitation wirklich sind.
Und was sind die Grundzutaten dieses Kosmos


Mir geht es im Kern 1. um das Methodische: wie ist die Struktur einer Theorie wie die RT? 2. geht um das Licht möglichst um das Licht, das EM-Feld im Konkreten, um das Feld schlechthin im Allgemeinen Wenn der Kosmos sich vor 14 Mrd. Jahren aus einer Singularitäten-nahen Kompression expandierend herausgekämpft hat, und letztendlich der Zerfall der Materie bei den Photonen endet, dann liegt es doch nahe, dieses Feld als das Fundamentalfeld zu bezeichnen und Materie ist dann verdichtets Licht, damit wäre die Rolle der Lichtgeschwindigkeit plausibler
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21469

Beitrag TomS Verfasst am: 04. Okt 2024 21:26    Titel: Antworten mit Zitat

CubyS hat Folgendes geschrieben:
Toms schriebst;
Zitat:
Vorgang (1) kann in verschiedenen Bezugsystemen S, S', S'' ... beschriebene werden; in jedem gilt die Ausbreitungsgeschwindigkeit v = v' = v'' = ... = c.

Vorgang (2) kann ebenfalls in verschiedenen Bezugsystemen S, S', S'' ... beschrieben werden; es gelten die Ausbreitungsgeschwindigkeiten v < c, v' < c, v'' < c, ...


Ja, das ist doch mal ne stringente Fassung sauber formuliert! Das macht ihn deutlich erkennbar - den Widerspruch

Ich sehe keinen Widerspruch.

CubyS hat Folgendes geschrieben:
Damit haben wir für den ganzen Vorgang doch zwei widersprüchliche dualistische komplementäre (Bohr lässt grüßen) Beschreibungs-Teil-Modelle:

in Mod1 ist c ein tatsächlicher, realer und integrierter Bestandteil des Systems, in Mod2 fungiert sie virtuell als Asymptote, als eine mathematische Fiktion.

Ich habe keine Ahnung, von was du sprichst.

Licht im Vakuum breitet sich mit v = c aus. Licht in Medien entspricht aufgrund der Streuung am Medium einem kollektiven Phänomen und breitet sich mit v < c aus. Es gibt da kein irgendwie geartetes Problem.

Versuchs doch mal mit einer einfachen Frage.

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Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago.
CubyS



Anmeldungsdatum: 03.10.2024
Beiträge: 9

Beitrag CubyS Verfasst am: 05. Okt 2024 06:49    Titel: Antworten mit Zitat

Wir haben einmal die gewöhnlichen bezugsabhängigen Geschwindigkeiten v < c, dann haben wir die Lichtgeschwindigkeit c, die diese Eigenschaft nicht hat, zudem kann sie nur den Wert c annehmen.
D.h. c ist von anderer Qualität und kann streng genommen nur mit einem Formalismus beachrieben werden, der c zulässt. Die SRT schließt c aus ihrem D-Bereich aus, man nimmt sie aber mit rein, weil - wie Myon schon schrieb, v beliebig nahe an c kommen kann; die SRT lässt aber diesen Grenzübergang nicht zu, dennoch wird er vollzogen und der (minimale) Fehler in Kauf genommen. Methodisch ist das mE. ein Widerspruch
Es wird aus der ausgezeichneten Lichtgeschwindigkeit eine profane UL-Geschwindigkeit gemacht, ohne dass erklärt wird, warum c ihre besonderen Eigenschaften verliert. Deswegen der Dualismus, der nach Bohr riecht.
Und es wird nicht erklärt, warum der Weg für eine gewöhnliche v, einmal "c" zu werden, versperrt ist. Und es i s t mE. eine Asymmetrie.
Aber ich sehe wohl, es ist mehr ein epistemisches Problem...
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21469

Beitrag TomS Verfasst am: 05. Okt 2024 07:54    Titel: Antworten mit Zitat

CubyS hat Folgendes geschrieben:
Wir haben einmal die gewöhnlichen bezugsabhängigen Geschwindigkeiten v < c, dann haben wir die Lichtgeschwindigkeit c, die diese Eigenschaft nicht hat, zudem kann sie nur den Wert c annehmen.

Ja.

CubyS hat Folgendes geschrieben:
D.h. c ist von anderer Qualität * und kann streng genommen nur mit einem Formalismus beachrieben werden, der c zulässt.

Ja.

* bedeutet, lichtartige Vierergeschwindigkeiten verhalten sich anders als zeitartige.

CubyS hat Folgendes geschrieben:
Die SRT schließt c aus ihrem D-Bereich aus …

Nein. Das ist wohl dein zentrales Problem.

Lichtartige Vierergeschwindigkeiten und -impulse verhalten sich tatsächlich in mancherlei Hinsicht anders als zeitartige, sind jedoch integraler Bestanteil der Mathematik der SRT.

CubyS hat Folgendes geschrieben:
… die SRT lässt aber diesen Grenzübergang nicht zu, dennoch wird er vollzogen und der (minimale) Fehler in Kauf genommen. Methodisch ist das mE. ein Widerspruch.

v = c ist kinematisch zulässig; dies als Grenzübergang aufzufassen ist tatsächlich z.T. problematisch. Es gibt keinen minimalen Fehler. Und es gibt keinen methodischen Widerspruch.

CubyS hat Folgendes geschrieben:
Aber ich sehe wohl, es ist mehr ein epistemisches Problem...

Nein, es ist ein mathematisches Problem. Die Lösung ist aber seit Einstein und Minkowski verstanden.

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TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21469

Beitrag TomS Verfasst am: 05. Okt 2024 08:39    Titel: Antworten mit Zitat

Tatsächlich findet man auf die schnelle wenig sinnvolle Erklärungen.

Ich setze im folgenden c = 1.


Die Weltlinie C eines massebehafteten Objektes mit m > 0 in der 4-dim. Raumzeit kann als 4er-Vektor x mittels der Eigenzeit tau parametrisiert werden. Dann gilt *



gamma entspricht dem Lorentz-Faktor. e bezeichnet einen 3er-Einheitsvektor. Für die Vierergeschwindigkeit u gilt ausnahmslos, auch unter dem Einfluss äußerer Kräfte





Derartige Weltlinien und Vierergeschwindigkeiten bezeichnet man als zeitartig.


Die Weltlinie C eines masselosen Objektes mit m = 0 kann ebenfalls als 4er-Vektor x parametrisiert werden, jedoch nicht mittels einer Eigenzeit **; man verwendet einen allgemeinen affinen Parameter lambda; dann gilt



e bezeichnet einen 3er-Einheitsvektor. Es gilt ausnahmslos



wobei ich implizit v = 1 verwendet habe.

Derartige Weltlinien und Vierergeschwindigkeiten bezeichnet man als lichtartig, teilweise auch einfach "null".


* die Vierergeschwindigkeiten entspricht der Tangente an die Weltlinie.

** Die Eigenzeit tau entlang einer Weltlinie C ist geometrisch definiert mittels eines Linienintegrals



Speziell für eine lichtartige Weltlinie ist das Linienelement jedoch lichtartig, das Integral daher identisch Null.


Dieser Formalismus zeigt tatsächlich gewisse Unterschiede für v < 1 und v = 1. Dennoch ist v = 1 zulässig und wird in der Praxis verwendet (z.b. für die Lichtausbreitung, auch in der ART).

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Anmeldungsdatum: 03.10.2024
Beiträge: 9

Beitrag CubyS Verfasst am: 05. Okt 2024 10:48    Titel: Antworten mit Zitat

[CubyS: Die SRT schließt c aus ihrem D-Bereich aus …
TomS: Nein. Das ist wohl dein zentrales Problem.
CubyS:Das glaube ich nicht, Herr Analytiker.

TomS: v = c ist kinematisch zulässig;
Nein, es ist ein mathematisches Problem.

CubyS: Ja, für dich, du reduzierst es auf Mathe (und übersiehst möglw. etwas … ist vllt. ein konditionierter Reflex, bien sur… (-;

Ich rede erstmal von verschiedenen Qualitäten, die nicht identisch sind, aber so behandelt werden, als seien sie identisch.

Das ist ein methodisches Problem und ich behaupte mal etwas provokativ, dass die Fokussierung auf die Mathematisierung grundlegende Widersprüche übersieht; du sagst völlig schmerzfrei: v=c ist zulässig und bringst wahrscheinlich ein mathematisches Argument und damit ist ein Methodenproblem mathematisch liquidiert worden.

Mit diesem „ist zulässig“ ist schon mal etwas übersehen worden, was der QM viel Ärger erspart hätte: Boltzmann ließ in seiner statistischen Arbeit die Menge aller Teilchen gegen unendlich gehen, um über Dgl.-s integrieren zu können - deswegen sei das „zulässig“! Hätte er diese voreilige Entscheidung nicht getroffen und hätte streng statistisch und auf Grundlage des Atomismus weitergerechnet, wäre er unweigerlich auf die Quantisierung der Energie gestoßen und im weiteren Verlauf wäre die Schrödinger-Gleichung, deren Quadrat, die Unschärferelation (!) und der gesamte Formalismus der QM und relativistischen QM sauber statistisch abgeleitet und ist lückenlos rückverfolgbar - nachzulesen bei „Ulrich Hoyer, Synthetische Quantentheorie, Olms Verlag.“
Aber jetzt sind wir endgültig in der Philosophie, und das ist ja ein Physik-Forum hier …
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21469

Beitrag TomS Verfasst am: 05. Okt 2024 11:34    Titel: Antworten mit Zitat

Gehe in paar Mathe- und Physik-Vorlesungen, lies' Einstein, Minkowski, Wigner et al., anschließend reden wir hier weiter. Ich habe schlicht keine Lust auf provokante Thesen und Diskussionen auf Basis von null Sachverstand.

Und jetzt muss ich schleunigst weiter in das mongolische Lyrik-Forum, um denen dort zu erklären, dass ihre Reimschemata inkonsistent sind. Ich treff' dich da, oder?

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