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Physikniete123
Anmeldungsdatum: 11.08.2013 Beiträge: 4 Wohnort: Deutschland
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Physikniete123 Verfasst am: 12. Aug 2013 00:54 Titel: Keine Verständnis für Bewegung |
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Hallo!
Ich habe das Gefühl bei dem Thema Geschwindigkeit/Beschleunigung immer auf dem Schlauch zu stehen und hoffe, dass ihr mir sagen könnt, ob meine Rechnung richtig ist oder was falsch dran ist.
Die Aufgabe:
Ein Zug fährt aus dem Bahnhof raus und erreicht bei t = 3 min die Geschwindigkeit v = 310 km/h. (konst. Beschleunigung).
a) Welche Strecke hat er zurückgelegt?
b) Nach welcher Zeit hat er 2 km zurückgelegt?
c) Welche Geschwindigkeit hat nach 1 km erreicht?
Meine Lösungen:
t = 3 min = 180 s; v = 310 km/h = 86 m/s
a)
b)
s = 2km = 2000 m
Hier brauche ich doch die Beschleunigung für die Formel
oder?
Eingesetzt in die erste Formel:
c)
Habe ich die richtigen Formeln verwendet? |
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Bruce
Anmeldungsdatum: 20.07.2004 Beiträge: 537
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Bruce Verfasst am: 12. Aug 2013 09:14 Titel: |
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Bevor Du b) und c) bearbeitest, solltest Du erst mal a) richtig machen!
Kann der Zug sich 3min lang mit konstanter Geschwindigkeit bewegt haben,
wenn er zuvor im Bahnhof stand? Was glaubst Du, wozu die Information
| Zitat: |
Ein Zug fährt aus dem Bahnhof raus
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gedacht ist?
Wie berechnet sich somit die in den ersten 3min nach der Abfahrt zurückgelegte Strecke?
Für die Bearbeitung dieser Aufgabe muß man nicht viel von Physik verstehen.
Es genügt, wenn Du einfach nur deinen Verstand benutzt.
Sinnvoll wäre es, wenn Du mal beschreiben würdest, warum Du die von dir hingeschriebenen Formeln verwendest. Einfach nur ne Formel raussuchen, daran herummanipulieren und hoffen das das schon irgendwie stimmt ist doch unter deinem Niveau, oder?
Gruß von Bruce |
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Jayk
Anmeldungsdatum: 22.08.2008 Beiträge: 1450
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Jayk Verfasst am: 12. Aug 2013 16:11 Titel: |
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Schreib doch mal, wie deine Mathekenntnisse sind. Hattet ihr schon Differentialrechnung und/oder Vektorrechnung? Ich denke, du brauchst einfach eine gute Quelle, die kurz und knapp und vor allem systematisch die Kinematik zusammenfasst: in der Schule wird das ja oft breit und ohne System erklärt - klar, dass man da als Schüler überfordert ist. Aber um die auszuwählen, muss man wissen, wie deine Mathekenntnisse sind. Generell würde ich dir mal empfehlen, die ersten Kapitel des Jay Orear zu lesen, ich mag das Buch einfach. Feynman ist auch gut (bzw. sogar besser), aber da ist der Stoff nicht so komprimiert und du würdest das evtl. als Zeitverschwendung empfinden.
Grundsätzlich: du musst verstehen, welche Formeln immer gelten und welche nur in bestimmten Situationen gelten. Zum Beispiel denken ganz viele Schüler, dass gilt (diese Formel gilt aber nur, wenn zum Zeitpunkt 0 auch s=0 gilt und noch dazu die Geschwindigkeit konstant bleibt). Am besten lernst du das, wenn du so vorgehst, wie Bruce es vorgeschlagen hat: überlege dir genau, welche Situation vorliegt und welche Formeln anwendbar sind (mein Physiklehrer in der zehnten Klasse hat das den "Werkzeugkasten" genannt) und wähle dann die richtige aus. Evtl. musst du mehrere Formeln kombinieren, um ans Ziel zu kommen: ich habe das und das gegeben, daraus kann ich das berechnen (mit dieser Formel), daraus wiederum das (nämlich so und so), usw. und so komme ich zur gesuchten Größe. Viele Schüler werfen einen Blick ins Tafelwerk und suchen eine Formel, die die richtigen Größen kombiniert: das ist genau der falsche Weg! Denn die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Formel dann gar nicht anwendbar ist und vor allem wird man auf diese Weise nie verstehen, wie die Zusammenhänge zwischen den Formeln sind. Dann passiert es auch mal, dass man am Ende das bekommt, was man sowieso schon weiß (ich spreche aus eigener Erfahrung). In so einem Fall solltest du dir übrigens genau überlegen, warum das passiert ist, weil du davon etwas lernen kannst. Ich hatte schon einige Aha-Erlebnisse auf diese Weise. |
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Physikniete123
Anmeldungsdatum: 11.08.2013 Beiträge: 4 Wohnort: Deutschland
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Physikniete123 Verfasst am: 12. Aug 2013 18:14 Titel: |
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Danke Jayk für die freundliche (!) und ausführliche Antwort.
Da habe ich wohl wirklich einfach die nächst beste Formel benutzt, die alle gegebenen Größen enthält.
Vektorrechnung und Differentialrechnung hatte ich bestimmt schon in der Schule, aber spontan habe ich davon null Ahnung.
Aber jetzt ist es ja logisch, dass der Zug erst einmal anfahren muss und seine Zeit braucht, bis er die 310 km/h erreicht hat
Also nehme ich die Formel für die Strecke über die Beschleunigung?
und füge für a die Formel
ein?
Also:
Ist dieser Ansatz richtig?
Bei Formeln und Zahlen setzt mein Hirn gern mal aus...  |
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Bruce
Anmeldungsdatum: 20.07.2004 Beiträge: 537
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Bruce Verfasst am: 12. Aug 2013 19:55 Titel: |
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Glückwunsch, diese Antwort ist richtig!
Die berüchtigten auf das Hinterköpfchen haben ihre Wirkung nicht verfehlt.
Und was ist jetzt mit b) und c) ?
Gruß von Bruce |
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Physikniete123
Anmeldungsdatum: 11.08.2013 Beiträge: 4 Wohnort: Deutschland
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Physikniete123 Verfasst am: 12. Aug 2013 21:50 Titel: |
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Also...
Ich dachte zumindest das wäre nun richtig, da hier ja auch nicht mit der Endgeschwindigkeit gerechnet werden kann.
Der Zug ändert in den beiden Fragen ja immer noch seine Geschwindigkeit
Oder was sehe ich hier falsch? |
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Bruce
Anmeldungsdatum: 20.07.2004 Beiträge: 537
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Bruce Verfasst am: 13. Aug 2013 08:02 Titel: |
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Na gut: b) und c) sehen richtig aus
Frage bitte nicht, ob Du die richtige Formel verwendet hast!
Als Physiker bin ich extrem allergisch gegen diese Denkweise.
Das wichtigste ist der richtige Gedanke und den kann man in Worten
beschreiben und nur das würde mich interessieren.
Ob Du richtig rechnen kannst, darfst Du dann gerne selbst überprüfen.
Auch hier muß man eine gewisse Kreativität entwickeln, um die
Ergebnisse auf Plausibilität überprüfen zu können.
Das meinte ich mit "den eigenen Verstand benutzen".
Du meinst, dann brauchst Du ja gar nicht mehr das Physikerboard:
Falls Du das so siehst, dann bis Du auf einem guten Weg der Besserung
Gruß von Bruce |
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Physikniete123
Anmeldungsdatum: 11.08.2013 Beiträge: 4 Wohnort: Deutschland
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Physikniete123 Verfasst am: 13. Aug 2013 20:52 Titel: |
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Böse Fangfrage also!
Mein Hirn verfällt bei Mathe/Physik gerne mal in den Panikmodus, da ist nicht viel mit Menschenverstand
Aber diesmal habe ich mich endlich früh genug dran gesetzt und hoffe, dass das besser wird und "mir mehr ins Blut übergeht"!
Danke nochmal!  |
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Jayk
Anmeldungsdatum: 22.08.2008 Beiträge: 1450
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Jayk Verfasst am: 13. Aug 2013 23:36 Titel: |
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| Bruce hat Folgendes geschrieben: | Frage bitte nicht, ob Du die richtige Formel verwendet hast!
Als Physiker bin ich extrem allergisch gegen diese Denkweise.
Das wichtigste ist der richtige Gedanke und den kann man in Worten
beschreiben und nur das würde mich interessieren. |
Im Idealfall ist der Gedanke mit der Formel identisch (der direkte Weg), denn in dem Moment, da man eine Formel wirklich versteht (im Feynman'schen Sinn), passt man seine Gedankenwelt daran an, man versucht, sich die Formel zu veranschaulichen. Manchmal ist das innere Bild aber falsch, weil es nur eine Näherung ist, und dann wendet man die falsche Formel an. Lediglich bei einigen wirklich komplizierten Problemen kann eine rein mathematische Argumentation eleganter/kürzer/schöner sein.
Es ist aber meiner Meinung nach ein Irrglaube, dass man einen Lösungsweg in jedem Fall vorausplanen kann. Jedenfalls entstehen auf diese Weise viele "hässliche" Lösungen. |
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