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Wo soll Bewusstsein sein? - Seite 4
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geku
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Beitrag geku Verfasst am: 27. Aug 2026 13:36    Titel: Antworten mit Zitat

Haben Karl Popper und John Eccles von drei Welten philosophiert?

Welt 1: die physikalische Welt
Dazu gehören Materie, Energie, Körper, Gehirne, physikalische Zustände und Prozesse.

Welt 2: die subjektive Erlebniswelt
Dazu gehören Bewusstsein, Wahrnehmungen, Gefühle, Schmerzen, Absichten, Gedanken als erlebte mentale Zustände — also die Innenperspektive.

Welt 3: die objektiven Inhalte des Geistes
Dazu gehören Theorien, mathematische Aussagen, Probleme, Argumente, Geschichten, Kunstwerke, wissenschaftliche Erkenntnisse, kulturelle Werke — also geistige Inhalte, die über den einzelnen Menschen hinaus bestehen können. Popper spricht hier von „objective knowledge“ beziehungsweise objektiven Gedankeninhalten.

Popper und Eccles unterschieden zwischen der physikalischen Welt, der subjektiven Bewusstseinswelt und der Welt objektiver geistiger Inhalte. Für die Resonanztheorie lässt sich diese Dreiteilung neu lesen: Das Gehirn gehört zur physikalischen Welt, Qualia zur subjektiven Innenwelt, und Sprache, Wissen und Kultur bilden eine überindividuelle Bedeutungswelt. Bewusstsein wäre dann die Resonanzstelle, an der diese drei Ebenen miteinander in Beziehung treten.

Penrose ist Physiker und Mathematiker und hat ebenfalls mit einer Art Drei-Welten-Modell gearbeitet. Bei ihm sind es:
1. die physikalische Welt
Materie, Energie, Raumzeit, Gehirne, Körper.
2. die mentale Welt
Bewusstsein, Wahrnehmung, Erleben, Denken.
3. die platonisch-mathematische Welt
Mathematische Wahrheiten, Formen, Strukturen, die nach Penrose nicht bloß menschliche Erfindungen sind.
geku
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Beitrag geku Verfasst am: 29. Aug 2026 16:11    Titel: b]Resonanz neuronaler Netzwerke[/b] Antworten mit Zitat

Resonanz neuronaler Netzwerke
Unter Resonanz neuronaler Netzwerke verstehe ich die geordnete Antwort eines gewichteten neuronalen Netzwerks auf einen äußeren oder inneren Input.
Ein Input kann aus der Umwelt kommen: Licht, Schall, Berührung, Geruch oder Geschmack. Er kann aber auch aus dem Körper, aus Erinnerung, Erwartung, Vorstellung, Traum oder Rückkopplungsschleifen des Gehirns stammen. Der Input selbst ist noch nicht Bewusstsein. Er ist der Anstoß.
Dieser Anstoß trifft auf ein bereits geformtes Netzwerk. Die Nervenzellen und ihre Verbindungen besitzen Gewichtungen. Diese Gewichtungen sind durch biologische Anlage, Entwicklung, Erfahrung, Lernen, Gefühl, Wiederholung und Gebrauch geprägt. Deshalb antwortet das Netzwerk nicht neutral. Es antwortet gemäß seiner bisherigen Geschichte.
Resonanz entsteht, wenn der Input zu vorhandenen Gewichtungen passt und dadurch bestimmte Teilnetzwerke in Aktivität bringt. Manche Verbindungen verstärken das Signal, andere dämpfen es. Manche Nervengruppen werden gemeinsam aktiv, andere bleiben gehemmt. Dadurch entsteht kein beliebiges Rauschen, sondern ein charakteristisches Erregungsmuster.
Diese Resonanz ist nicht nur die Summe aktiver Neuronen. Entscheidend ist das Muster: welche Bereiche beteiligt sind, wie stark sie aktiv sind, wie sie zeitlich zusammenwirken, welche Rückkopplungen entstehen, welche Erinnerungen mitschwingen und welche Bedeutung sich daraus bildet.
Ein roter Apfel löst zum Beispiel nicht nur eine visuelle Aktivität aus. Es geraten Netzwerke für Farbe, Form, Oberfläche, Geruch, Geschmackserwartung, Greifbewegung, Sprache, Erinnerung und Gefühl in Mitresonanz. Das bewusste Erleben „Apfel“ entsteht aus dieser integrierten Gesamtantwort.
Resonanz neuronaler Netzwerke bedeutet daher:
Ein Input trifft auf ein gewichtetes Netzwerk.
Das Netzwerk aktiviert passende Teilmuster.
Diese Teilmuster koppeln sich zu einer Gesamtaktivität.
Die Gesamtaktivität wird durch Rückkopplung stabilisiert.
Die Resonanz erhält durch Erfahrung, Körper und Gefühl Bedeutung.
Bewusstsein entsteht, wenn eine solche Resonanz ausreichend integriert, stabil, unterscheidbar und selbstbezogen wird.
Resonanz ist also nicht bloß elektrische Aktivität. Elektrische und chemische Prozesse sind ihre biologische Grundlage. Aber Resonanz bezeichnet die geordnete, bedeutungstragende Dynamik des gesamten Netzwerks.
Von außen erscheint sie als verteiltes elektrochemisches Erregungsmuster.
Von innen erscheint sie als Wahrnehmung, Qualia, Gefühl, Gedanke oder Bewusstsein.

Eine kurze Definition könnte lauten:
Resonanz neuronaler Netzwerke ist die durch Input ausgelöste, durch Gewichtungen geformte und durch Rückkopplung stabilisierte Gesamtaktivität eines neuronalen Systems, aus der Bedeutung, Qualia und Bewusstse in hervorgehen können.

Noch kürzer:

Neuronale Resonanz ist das bedeutungsbildende Mitschwingen eines durch Erfahrung gewichteten Netzwerks.
geku
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Beitrag geku Verfasst am: 29. Aug 2026 16:31    Titel: Antworten mit Zitat

Für mich beschreibt die Definition von neuronaler Resonanz die Mindestanforderung für Bewusstsein.


Ein Computer, der nach einem starren Algorithmus arbeitet, stellt zwar einen elektrischen Prozess dar, erfüllt diese Kriterien jedoch nicht.


Ein Computer, der ein neuronales Netzwerk simuliert, könnte diese Kriterien jedoch erfüllen, obwohl er nicht auf biochemische Prozesse beruht. Wesentlich ist die Resonanz.


Elektrische Muster sind das Erscheinungsbild nach außen, Qualia und Bewusstsein das nach innen. Ersteres ist für jedermann mit den geeigneten Mitteln messbar und somit erfahrbar. Letzteres bleibt die individuelle, subjektive Erfahrung des Betroffenen.
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